Krankenzusatzversicherung mit Vorerkrankungen – Was Sie wissen müssen
Vorerkrankungen können den Abschluss einer Krankenzusatzversicherung erschweren. Je nach Art und Schwere der Erkrankung drohen Risikoaufschläge, Leistungsausschlüsse oder sogar eine Ablehnung. Hier erfahren Sie, was Sie wissen müssen.
Was sind Vorerkrankungen?
Als Vorerkrankungen gelten alle Krankheiten, Beschwerden und Behandlungen, die vor Antragstellung bestanden haben oder bekannt waren. Dazu zählen:
- Chronische Erkrankungen
- Frühere Operationen
- Psychische Erkrankungen
- Regelmäßige Medikamenteneinnahme
- Bereits diagnostizierte Beschwerden
Welche Vorerkrankungen sind problematisch?
Besonders kritisch bewerten Versicherungen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen
- Krebs: Auch zurückliegende Krebserkrankungen
- Psychische Erkrankungen: Depression, Angststörung, Burnout
- Diabetes: Typ 1 und Typ 2
- Rückenprobleme: Bandscheibenvorfall, chronische Rückenschmerzen
- Autoimmunerkrankungen: Rheuma, Multiple Sklerose, Morbus Crohn
Mögliche Konsequenzen
Je nach Vorerkrankung kann die Versicherung unterschiedlich reagieren:
- Normale Annahme: Bei leichten oder lange zurückliegenden Erkrankungen
- Risikoaufschlag: Höhere Prämie, meist 20-100% Zuschlag
- Leistungsausschluss: Die Vorerkrankung ist nicht versichert
- Zurückstellung: Entscheidung wird vertagt, z.B. nach einer Behandlung
- Ablehnung: Kein Versicherungsschutz möglich
Risikoaufschläge
Ein Risikoaufschlag erhöht Ihre Prämie dauerhaft. Die Höhe hängt von der Erkrankung ab:
- Leichte Vorerkrankungen: 10-30% Aufschlag
- Mittlere Vorerkrankungen: 30-50% Aufschlag
- Schwere Vorerkrankungen: 50-100% oder mehr
Ob sich der Aufschlag lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal ist ein Leistungsausschluss die bessere Alternative.
Leistungsausschlüsse
Bei einem Leistungsausschluss ist die Vorerkrankung und deren Folgen von der Versicherung nicht gedeckt. Beispiel: Bei einem Ausschluss für Rückenprobleme werden Bandscheiben-OPs nicht erstattet.
Der Vorteil: Die Prämie bleibt normal, und alle anderen Erkrankungen sind versichert.
Tipps für den Antrag
- Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen ehrlich und vollständig
- Verschweigen Sie keine Vorerkrankungen - das kann zur Vertragsauflösung führen
- Legen Sie bei Bedarf ärztliche Unterlagen bei
- Stellen Sie bei mehreren Versicherungen gleichzeitig Anfragen
- Lassen Sie sich von einem unabhängigen Berater unterstützen
Anonyme Voranfrage
Viele Versicherungen bieten anonyme Voranfragen an. Dabei wird geprüft, ob und zu welchen Bedingungen eine Versicherung möglich wäre - ohne dass ein offizieller Antrag gestellt wird.
Der Vorteil: Eine Ablehnung bei der Voranfrage wird nicht gespeichert und muss bei anderen Versicherungen nicht angegeben werden.
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