Psychische Erkrankungen nehmen zu, doch die Versorgungslage in Österreich ist angespannt. Kassensitzplätze für Psychotherapie sind rar, die Wartezeiten lang. Eine Krankenzusatzversicherung kann den Zugang zu schneller und professioneller Hilfe ermöglichen.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Psychotherapie grundsätzlich, aber die Plätze sind stark begrenzt. Wer einen kassenfinanzierten Therapieplatz sucht, wartet oft Monate. Für vollfinanzierte Plätze kann die Wartezeit sogar über ein Jahr betragen.
Alternativ gibt es die teilfinanzierte Psychotherapie: Die Kasse zahlt einen Zuschuss von etwa 33 Euro pro Sitzung, der Rest muss selbst bezahlt werden. Bei Stundensätzen von 80 bis 150 Euro bleibt eine erhebliche Lücke.
Eine private Krankenzusatzversicherung mit Psychotherapie-Leistungen erstattet die Differenz zwischen Kassenzuschuss und tatsächlichen Kosten. So können Sie ohne lange Wartezeit einen Therapeuten Ihrer Wahl aufsuchen.
Die Erstattung liegt je nach Tarif zwischen 50 und 100 Prozent der Kosten. Manche Versicherungen haben Höchstgrenzen pro Sitzung oder pro Jahr.
Nicht alle Krankenzusatzversicherungen inkludieren Psychotherapie. Besonders Wahlarzt-Tarife und ambulante Zusatzversicherungen bieten oft entsprechende Leistungen. Prüfen Sie vor Abschluss genau:
In Österreich sind 23 psychotherapeutische Methoden anerkannt, darunter:
Die meisten Versicherungen erstatten alle anerkannten Methoden, sofern die Behandlung von einem eingetragenen Psychotherapeuten durchgeführt wird.
Für psychotherapeutische Leistungen gelten oft längere Wartezeiten als für andere Behandlungen. Drei bis sechs Monate sind üblich. Bei bereits bestehenden psychischen Erkrankungen kann ein Leistungsausschluss vereinbart werden.
Es empfiehlt sich, eine Versicherung abzuschließen, bevor akuter Bedarf besteht. Eine bereits begonnene Therapie wird nicht rückwirkend übernommen.
Tarife mit guten Psychotherapie-Leistungen sind etwas teurer als Basis-Tarife. Rechnen Sie mit einem Aufschlag von 10 bis 20 Euro monatlich gegenüber vergleichbaren Tarifen ohne diese Leistung.
Angesichts der hohen Therapiekosten von 80 bis 150 Euro pro Sitzung kann sich die Investition schnell rechnen. Schon wenige Sitzungen pro Jahr übersteigen die jährliche Mehrprämie.
Schließen Sie die Versicherung ab, solange Sie psychisch gesund sind. Bei bestehenden Diagnosen wie Depression oder Angststörung können Ausschlüsse oder Risikozuschläge drohen.
Achten Sie auf ausreichende Jahresgrenzen. 10 bis 20 Sitzungen pro Jahr sollten mindestens abgedeckt sein, bei intensiverer Therapie entsprechend mehr.